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Biographie

Philosophie

 

Biographie

Herzlich Willkommen auf meiner Homepage. Ich hoffe, ich kann Ihnen hier einen spannenden und praxisnahen Überblick über meine Philosophie von Bonsai und einige meiner Gestaltungen verschaffen. Aber erst mal ein bisschen was über mich selbst und darüber, was Sie auf meiner Seite so erwartet.

Ich bin 1956 in New York geboren und lebe seit 20 Jahren mit meiner Familie in der wunderschönen Stadt Nürnberg. Ich genieße den Lebensstandart hier, den mir mein Beruf als Pilot einer großen europäischen Luftfahrtgesellschaft ermöglicht. Das heißt, ich lebe nicht davon, Bonsai zu gestalten oder zu verkaufen, denn dann wäre es einfach noch ein zweiter Beruf – ich möchte mir lieber die Leidenschaft und die Begeisterung bewahren. Ich verkaufe oder tausche gerne Rohmaterial oder auch fertig gestaltete Bäume. Wenn Sie also etwas sehen, was Sie anspricht, rufen sie mich einfach an oder schreiben mir eine Email.

Während mir mein Beruf einerseits zeitlich ermöglicht, mich intensiv mit etwas zu beschäftigen, lässt mir andererseits das Fliegen selbst durch die engen Reglementierungen wenig Freiheit für Kreativität. Das war für mich ein Schlüssel auf dem Weg zu Bonsai. Bäume zu gestalten und zu pflegen bedeutet für mich, Balance in der Natur und der inneren Versenkung zu finden als Gegenpol zu einem sonst so durch strukturierten Lebensstil. Es ist für mich ein Ort des Friedens, der Meditation und der Entspannung.

 

Wenn ich Zeit mit meinen Bäumen verbringe - ob es nun Gestaltung, Pflege oder einfach nur das Gießen ist – lasse ich jeden beruflichen oder privaten Stress hinter mir. Kein Nachdenken über die Vergangenheit…kein Blick in die Zukunft. Das Einzige was dann zählt, ist der Moment, sind der Baum und ich.

ein Blick in meinen Garten
Jeder einzelne Baum hat eine Geschichte und jeder Mensch, der beginnt, sich mit Bonsai zu beschäftigen, hat ebenso eine Geschichte. Bin ich auch keine Ausnahme. Mein erster Baum, ein kleiner japanischer Fächerahorn, war ein Geschenk von meiner Frau. Sie hatte ebenso wenig Ahnung von Bonsai wie ich und bestellte ihn über irgendeinen Versand. Zu dieser Zeit kannte ich kaum den Unterschied zwischen einer Staude und einem Gehölz, aber dieser kleine Baum faszinierte mich. Also entschied ich mich, mir einige Bücher zu kaufen und wollte schauen, ob ich aus ihm nicht einen von diesen fantastischen Import-Bäumen gestalten konnte, wie man sie aus Japan kennt. Fehler Nummer 1: Nachdem ich das Buch von vorne bis hinten durchgelesen hatte, „gestaltete“ ich den Baum – ein Jahr später erkrankte er an einem Pilz und ich beerdigte ihn auf dem Komposthaufen…

Aber da ich keiner bin, der schnell aufgibt, beschloss ich, einen zweiten Versuch. Ich ging in einen Pflanzencenter und kaufte mir einen von diesen China-Importen, von denen es so unzählige gibt. Kurz danach besuchte ich eine Bonsaiausstellung in einer Nachbarstadt und war völlig überwältigt von den vielen wunderschönen Bäumen, die es zu sehen gab. Das war der Augenblick, an dem ich meine ersten „wirklichen“ Bonsai sah und mein Interesse nicht mehr aufzuhalten war. Ich hatte die Möglichkeit, während der Ausstellung mit einigen „Profis“ zu sprechen und diese Gespräche waren es dann letztendlich, die die Leidenschaft in mir geweckt haben. Das war im Jahr 1994 und die einfache chinesische Ulme habe ich noch heute. Seitdem hat dieser kleine Baum einen Platz in meinem Herzen und ich würde ihn niemals verkaufen oder mich aus anderen Gründen von ihm trennen.

Mit diesem Baum hat also 1994 meine Beschäftigung mit Bonsai angefangen. Inzwischen bin ich in regionalen Bonsaiclubs aktiv und habe bei vielen namhaften Bonsaigestaltern gelernt, wie zum Beispiel Pius Notter, Serge Clemence, Hartmut Münchenbach, Uli Ernst und Walter Pall, um nur einige zu nennen. Ich gewann den ersten Preis beim New-Talent-Wettbewerb in Deutschland 2007 und nahm 2008 am Gestaltungswettbewerb der EBA in Wien teil. Ich habe bei unterschiedlichen europäischen Ausstellungen wie z B. in Litauen mitgemacht und eng mit Kevin Wilson zusammengearbeitet. Viele Jahre habe ich mit meinem Lehrer und Förderer Jürgen Zaar verbracht, dem ich an dieser Stelle gerne persönlich für seine Geduld und sein Vertrauen in mich danken möchte.


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Meine Philosophie über Bonsai


Die wichtigste Basis für meine Leidenschaft besteht in der spirituellen Bedeutung von Bonsai. Zu meiner Liebe zu Pflanzen und zur Natur kommt noch die Faszination über das Kunstwerk, das im Rohmaterial versteckt liegt und im Laufe des Gestaltungsprozesses zu Leben erwacht.

In unserer westlichen Kultur kann man oft beobachten, dass Bonsai, wie auch die Werke anderer Kunstformen, als Geldanlage verstanden wird.

Wenn wir die tiefe Bedeutung von Bonsai wirklich verstehen wollen, sollten wir uns intensiv mit dem beschäftigen, was die Japaner „wabi-sabi“ nennen. Man sagt, dass ein Europäer nicht wirklich begreifen kann, was der Begriff „wabi-sabi“ meint, aber am ehesten kann man ihn wohl mit „dem Erkennen von Schönheit in den unscheinbaren Dingen“ übersetzen. Auf der Grundlage dieser Philosophie verstehe und gestalte ich Bonsai.

Auf den meisten Bonsaiausstellungen und Veranstaltungen werden heute nicht nur Bäume gezeigt, sondern es gibt jede Menge zusätzliche „Attraktionen“ in Form von Live-Demos u. ä. Bei diesen „Demonstrationen“ wird aus Rohmaterial innerhalb weniger Stunden ein Bonsai gestaltet. Der Gedanke, der dahinter steht, ist, das Interesse der Öffentlichkeit für Bonsaikunst zu fördern. Das mag zwar funktionieren, aber mit dem wirklichen Verständnis bzw. der dahinter stehenden Philosophie von Bonsai hat das alles wenig zu tun.

Ein anderer Aspekt ist, dass man Laien mit dieser Art von Demos glauben macht, dass sie beispielsweise nach einem Workshop mit einem „fertigen Baum“ nach Hause kommt. Ich selbst habe den Sinn solcher Konzepte deshalb nie ganz begreifen können. Erstens hat das wenig mit Bonsai im tieferen Sinn zu tun und zweitens ist fraglich, wie viele von diesen „Demobäumen“ heute noch am Leben sind. Auch ich zeige mitunter auf Demos unterschiedliche Gestaltungstechniken, jedoch nur mit gut vorbereiteten Bäumen, zur richtigen Jahreszeit und immer nur soviel, wie der Baum verträgt. Auf diese Weise sorge ich dafür, dass das was ich tue, immer im Einklang mit meiner Philosophie bleibt.

Ein Bonsai ist niemals fertig. Bonsai bedeutet sowohl für den Baum als auch für den Gestalter einen lebenslangen Prozess.

Für mich bedeutet Bonsai einen lebenslangen Prozess, einen Lebensweg der Achtsamkeit. Ein Leben in Achtsamkeit für den Baum in Verbindung mit den Naturgesetzen, die helfen, den Baum zu formen.

Und last, but not least, noch eine Zusammenfassung meiner Philosophie für alle, die bei mir Bonsai lernen möchten: Respekt für die Natur und deren Gesetze, Geduld mit dem Baum und dir selbst und der Wille, sich immer weiter zu entwickeln.


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